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Deutschland

Megalithic Routes – Neues Projekt in Schleswig Holstein

  • Posted on: 17 September 2018
  • By: Megalithic Routes
Großsteingrab in Dithmarschen

Das Archäologische Landesamt Schleswig-Holstein sowie der Steinzeitpark Dithmarschen haben sich erfolgreich um die Förderung eines neuen Megalithic Routes-Projektes bemüht, bei dem die Weiterentwicklung der Europäischen Kulturroute zur Megalithkultur in Schleswig-Holstein im Mittelpunkt steht. Die Fördermittel wurden von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen des Europäischen Kulturerbejahres 2018 SHARING HERITAGE zur Verfügung gestellt. Die weitere Koordinierung erfolgt über das Deutsche Nationalkomitee für Denkmalschutz.

Allgemeines Ziel des Projektes ist, „die Megalithkultur als unverzichtbaren Teil unserer gemeinsamen europäischen wie auch der regionalen und lokalen Identität und Geschichte zu vermitteln“. Zu den zahlreichen inhaltlichen Bausteinen des Vorhabens gehören Medienprojekte, neue Beschilderungen an den Denkmalen, öffentliche Veranstaltungen und Events, internationaler Jugendaustausch, Erarbeitung und Bereitstellung neuer Fachinformationen sowie eine internationale Fachkonferenz zur Wirkungsgeschichte der Megalithbauten in Europa.

Das Projekt im Detail:

Das Projekt Megalithic Routes in Schleswig-Holstein
Im Jahr 2013 wurde die „Europäische Straße der Megalithkultur“ als Kulturroute des Europarats anerkannt. Mit dem Steinzeitpark Dithmarschen gibt es in Schleswig-Holstein lediglich ein Mitglied des internationalen Vereins „Megalithic Routes e. V.", der sich europaweit für den Erhalt, die Pflege und Vermittlung von Megalithen einsetzt.

Vor diesem Hintergrund und dem Europäischen Kulturerbejahr 2018 unter dem Motto SHARING HERITAGE sieht das ALSH eine große Chance mit dem Steinzeitpark Dithmarschen ein gemeinsames Projekt zur Inwertsetzung der Europäischen Straße der Megalithkultur und dessen archäologischen Erbes in Schleswig-Holstein umzusetzen.

Was sind Megalithen?
Bereits von dem Begriff der Megalithen geht ein geheimer Zauber aus. Das Wort ist aus dem Griechischen übernommen worden und setzt sich aus μέγας bzw. mégas (groß) und λίθος bzw. líthos (Stein) zusammen. Er umfasst verschiedene von den Menschen der Jungsteinzeit aus großen Steinen errichtete Bauten. Sie sind ein weltweit verbreitetes Phänomen. In Schleswig-Holstein kommen insbesondere Großsteingräber, als Dolmen bezeichnete Steintische und Ganggräber, vor. Diese in unserer modernen Landschaft archaisch anmutenden Bauten waren Teil vergangener und sind Teil moderner Erinnerungskultur.

Verbreitung in Mitteleuropa
Um 5000 v. Chr. setzt die gesamteuropäische Tradition der beeindrucken Menhiren ein. Die in Einzelfällen bis zu 21 m hohen und bis zu 280 t schweren „stehenden Steine“ tauchen in Europa erstmals in der Bretagne auf. Die im nördlichen Mitteleuropa verbreiteten Megalithen stammen aus der Jungsteinzeit zwischen ca. 4800 und 2500 v. Chr. Sie stellen damit die ältesten bis heute erhaltenen baulichen Reste Mitteleuropas dar.

Neben den Dolmen, gekennzeichnet durch den Eingang in die Grabkammer an der Schmalseite, sind vor allem die Ganggräber, gekennzeichnet durch den Zugang an der Längsseite, in Schleswig-Holstein verbreitet. Sie gehören zur sog. Trichterbecherkultur. Diese wird als erste bäuerliche Kulturgruppe Nordeuropas angesehen. Sie errichtete ihre Megalithen schwerpunktmäßig in der Zeit zwischen ca. 3650 und ca. 3300 v. Chr., also noch bevor in Ägypten die ersten Pyramiden errichtet wurden.

Wandel und Erhaltung
Mit Beginn der Neuzeit haben Megalithen zunehmend Interesse geweckt und bis heute ihren die Kulturlandschaft prägenden Stellenwert erhalten. Nach Aufgabe erfuhren Megalithen Umdeutungen und waren beliebte Objekte wissenschaftlicher Spekulationen. Dabei wurden Anlagen bereits im Mittelalter z. B. mit Kapellen überbaut oder Menhire, die inzwischen als Objekte der heidnischen Vorzeit erkannt waren, umgedeutet und ‚christianisiert‘. Die allergrößte Menge der teilweise mehr als 5000 Jahre alten Anlagen dürfte aber vor allem im späten 19. Jh. u. a. der Urbanisierung, Industrialisierung und dem Infrastrukturausbau zum Opfer gefallen sein. Steine wurden bspw. für den Haus-, Straßen- und Brückenbau genutzt. Außerdem dienten Megalithgräber vielfach auch als Sandentnahmestellen, da sie im Gegensatz zu heute ursprünglich von Erdhügeln bedeckt waren.

Großsteingräber wie das von Bunsoh, der Brutkamp, das rekonstruierte Großsteingrab von Karlsminde oder das von Munkswolstrup werden durch ehrenamtliches und gemeinnütziges Engagement getragen. Neben Albersdorf wurde in dem bei Oeversee gelegenen Munkswolstrup ein Freilichtmuseum, der Arnkielpark, errichtet. Daneben steht die Übernahme der Megalithen in die Geschichtskultur des Landes. Alte Denkmale werden zu den Gräbern der Ahnen stilisiert. Neue Megalithanlagen werden errichtet. Sie knüpfen dabei bewusst an die Jungsteinzeit an und symbolisieren den gemeinsamen Ursprung.

Heute sind in Schleswig-Holstein alle bekannten und nicht bekannten Großsteingräber durch das Denkmalschutzgesetz vor Zerstörung geschützt. Doch dieser theoretische Schutz bedarf der praktischen Umsetzung. Der langfristige Erhalt unseres archäologischen Erbes ist auch an Ihre Wertschätzung gebunden.

Projektförderung
Das Projekt wird von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) im Rahmen des Europäischen Kulturerbejahres 2018 SHARING HERITAGE gefördert. Die Geschäftsstelle des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz (DNK) bei der BKM ist für die Koordinierung der Durchführung der Fördermaßnahme zuständig. Vom Bund werden in diesem Rahmen ausgewählte Projekte deutschlandweit von gesamtstaatlicher Bedeutung gefördert. Eine Übersicht und Kurzbeschreibung aller beteiligten Projekte ist hier zu finden: https://sharingheritage.de/.

Mittelzuwendungen erfolgen auch über die AktivRegion Dithmarschen aus dem „Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes" (ELER) sowie den Steinzeitpark Dithmarschen/Archäologisch-Ökologisches Zentrum Albersdorf (AÖZA), den Förderverein AÖZA e.V. sowie die Archäologische Gesellschaft Schleswig-Holstein (AGSH).

Ziele und Aktivitäten im Projekt
Übergreifendes Ziel dabei ist, die Megalithkultur als unverzichtbarer Teil unserer gemeinsamen europäischen wie auch der regionalen und lokalen Identität und Geschichte digital, interaktiv und alters- und zielgruppengerecht zu vermitteln. Austausch, Vernetzung und Partizipation im regionalen wie internationalen Kontext von Jugendlichen, Besuchern, Bürgern und Experten sind Eckpfeiler des Projektes. Das Projekt soll Ausgangspunkt für weitere Inwertsetzungen sein, wie beispielsweise die Anlage von Themenwegen für Wanderer und Fahrradfahrer oder Entwicklung internationaler Projekte. Dabei sollen nicht nur die Megalithanlagen selber im Vordergrund stehen, sondern auch die Landschafts- und Umweltgeschichte in den jeweiligen Regionen. Im Einzelnen sind folgende Aktivitäten vorgesehen:

  • Publikation eines bildreichen Sonderheftes zum Thema: Megalithen in Film, Fernsehen und anderen Medien – wie werden sie wahrgenommen?
  • Internationale Tagung in Albersdorf zur Wirkungsgeschichte von Megalithen
  • Vernetzung und Zusammenarbeit mit Gemeinden, Denkmaleigentümern und Megalithic Routes e.V.
  • Internationaler Jugendaustausch im Steinzeitpark Dithmarschen mit kulturpädagogischem Programm und Workshops
  • Veranstaltungen und Events am Tag des offenen Denkmals (2018 und 2019) sowie am Europäischen Tag der Megalithkultur (2019)
  • Digitalisierung des archäologischen Erbes der Megalithen
  • Inventarisierung in der archäologischen Landesaufnahme
  • Vorstellung einzelner Objekte auf www.kuladig.de
  • Multimediale Webseite mit 3D-Rekonstruktionen und interaktiven Infografiken und Kartenübersichten in deutscher und englischer Sprache
  • Storytelling und Gamification mithilfe der App XPLORE SH

Für weitere Informationen zu den beteiligten Institutionen, Förderern und Partnern siehe: https://www.schleswig-holstein.de/DE/Landesregierung/ALSH/_startseite/artikel/megalithicRoutes.html

Natur- und Geopark TERRA.vita

Der Naturpark Terra.vita liegt im Nordwesten Deutschlands – dort, wo die westlichen Ausläufer der Mittelgebirgslandschaft in die Norddeutsche Tiefebene hineinreichen. Besonderes Kennzeichen dieses naturräumlichen Übergangsbereichs ist, dass hier auf engstem Raum eine für Mitteleuropa ungewöhnlich große Vielfalt an erdgeschichtlichen Entwicklungsstufen zu Tage treten. Im Jahre 2004 wurde diese geologische Ausnahmesituation von Seiten der UNESCO honoriert und Terra.vita zum offiziellen Mitglied der World Geoparks ernannt. 2015 wurde Terra.vita mit dem Titel „UNESCO Global Geopark“ ausgezeichnet.

Moving Stones 2017 in Jeggen

  • Posted on: 15 January 2018
  • By: Megalithic Routes

Video Moving Stones 2017: Findlingstransport und Steinzeitfest in Jeggen. Am 30. April 2017 begaben sich in Jeggen zahlreiche Besucher auf eine Reise in die Jungsteinzeit. Unter dem Motto „Moving Stones“ lockten auf dem „Bolzplatz“ am Wüstenweg dazu viele Mitmachangebote für Kinder und Familien.

Emsland Tourismus GmbH

The origin of the term "Hünengrab", which is still common in northwest Germany today, probably lies in the Emsland region because this is the home of the famous Universalist Johan Picardt. In 1660 he published his theses of the "cruel and bar-baric giants, Hünen or collossi" as the builders of the megalithic graves. But some courageous people who armed themselves with heavy wooden clubs had managed to put these tyrants to flight...

Archaeological-Ecological Centre Albersdorf

Der "Steinzeitpark Dithmarschen" in Albersdorf (Schleswig-Holstein, Deutschland) wird als neolithische Kulturlandschaft von ca. 3.000 v.Chr. rekonstruiert. In der Nähe von megalithischen Gräbern und Grabhügeln, die von den ersten Bauern in Norddeutschland stammen, bietet das Museum pädagogische Aktivitäten wie Feuersteinbearbeitung, Bogenschießen und Lederarbeiten...

26. April 2015: Der „Europäische Tag der Megalithkultur“ in Beckum-Dalmer unter dem Motto „Outdoor School“ im Grünen Klassenzimmer

  • Posted on: 19 August 2015
  • By: Megalithic Routes

Am letzten Sonntag im April fand erstmals in Westfalen ein Aktionstag im Rahmen eines europaweiten Zusammenschlusses zur Präsentation der jungsteinzeitlichen Megalithkulturen statt. Die Altertumskommission für Westfalen als Mitglied des ausrichtenden Vereins Megalithic Routes e.V. hatte als Startschuss für ihre Aktivitäten das Großsteingrab von Beckum-Dalmer zum Standort des Aktionstages gewählt.
Das diesjährige Motto der „Outdoor School“, also der „Schule im Freien“ wurde am Großsteingrab von Beckum-Dalmer mit seinem „Grünen Klassenzimmer“, das seit der Regionale 2004 besteht, wieder neu belebt. Zwischen 13 und 17 Uhr hatte die „Outdoor School“ ihre Pforten über 120 interessierten Besuchern geöffnet: Kinder hatten viel Spaß daran, Steinzeit-Idole aus Ton unter fachkundiger Anleitung von Archäologin C. Siemann selber zu kneten, stolz nahmen sie ihre Figürchen mit nach Hause (Abb. 1). Die vom Heimat- und Geschichtsverein Beckum e.V. initiierte Mitmach- und Aufräumaktion ließ das Grab wieder für alle richtig sichtbar werden: mit vereinten Kräften wurde Laub gerecht, alte Äste aus Bäumen rund um das Grab entfernt und sogar morsche Baumstämme, die früher als Sitzgelegenheiten für die Schüler des Grünen Klassenzimmers gedient hatten, beiseite geschafft.
Die Archäologen der Altertumskommission für Westfalen berichteten über aktuellere Forschungen zum Grab von Beckum-Dalmer und seiner Umgebung, z.B. über geophysikalische Prospektionen aus dem Jahr 2011. Mehr als 60 Teilnehmer hörten zwei 10 bis 15-minütige Führungen (Abb. 2). Großes Interesse fand die Arbeit der Altertumskommission für Westfalen. Auch Informationen zu bereits eingerichtete Abschnitten der Europäischen Straße der Megalithkultur, darunter besonders die benachbarte “Straße der Megalithkultur” in Niedersachsen, waren heiß begehrt  (Abb. 3).
Sehr positiv angenommen wurde das um 15.30 Uhr vom Beckumer Bürgermeister K.-U. Strothmann eröffnete „World Café“, das von W. Bauhus von der Arbeitsstelle für Forschungstransfer (AFO) der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster betreut wurde. In gemütlicher Atmosphäre trafen sich bei Kaffee und Kuchen etwa 20 Teilnehmer im eigens dafür aufgebauten Expeditionszelt (Abb. 3). Mit drei  Fragen wurde versucht, die Menschen in ein konstruktives Gespräch miteinander zu bringen: 1. Wir sind heute hier, weil …; 2. Wir würden diesen Ort besuchen, weil/wenn …; 3. Wir würden diesen Ort nie besuchen, weil/wenn … Es ging darum, möglichst alle zu Wort kommen zu lassen, gemeinsame Ziele und Strategien zu finden und dadurch Engagement und Bereitschaft zur Mitwirkung an Veränderungen zu wecken. Im Verlauf wurden die Fragen in aufeinander folgenden Gesprächsrunden von etwa 10 Minuten Dauer an drei Tischen diskutiert. Die Anregungen wurden auf dafür auf den Tischen ausgelegtem Papier direkt von den Teilnehmern aufgeschrieben. Zwischen den Gesprächsrunden mischten sich die Gruppen neu. Die Gastgeber W. Bauhus, V. Brieske und K. Schierhold blieben die ganze Zeit über an einem Tisch: Sie begrüßten neue Gäste, resümierten kurz das vorhergehende Gespräch und brachten den Diskurs erneut in Gang (Abb. 4). Das World-Café schloss mit einer Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse: So stellte sich heraus, dass viele aus Interesse an ihrem Heimatort und dessen Geschichte gekommen waren, und um sich über Neuigkeiten zusätzlich zu ihrem zum Teil von den Eltern oder von aus der Schule erworbenem Wissen zu informieren. Als sehr wichtig empfanden alle, dass das Grab besser ausgeschildert werden müsste und dass neue wissenschaftliche Erkenntnisse zum Grab und zu seinem Platz in der Geschichte besser verbreitet werden sollten. So waren alle Teilnehmer dafür, die Anlage wieder mehr in das  kulturelle Gedächtnis zu holen: vor allem Schulklassen sollten den Ort wieder regelmäßig besuchen. Aber auch die Integration in bestehende Radrouten oder Kulturrouten wurde vorgeschlagen, sowie verschiedene Formen von Veranstaltungen am Grab. Lange gesucht werden musste nach Gründen, warum man nicht zum Grab kommen möchte. Hieraus entstand schließlich die Befürchtung, dass zu große Bekanntheit dem Platz schaden könnte: Der idyllische einsam gelegene Platz würde seiner friedlichen Atmosphäre beraubt, wenn z.B. die Zuwegung asphaltiert, ein Parkplatz angelegt und eine Schutzhütte aufgestellt würden. Damit einher ginge aller Voraussicht nach auch eine „Vermüllung“ des Platzes. Weiterhin grenzt ein Naturschutzgebiet unmittelbar an das Gelände an, so dass bei einer stärkeren Frequentierung auch die Natur zu leiden hätte. Vorgeschlagen wurde eine ehrenamtliche Betreuung des Grabes. Dabei wurde aber auch klargestellt, dass eine entsprechende Person schwer zu finden ist. Abschließend betrachtet war das World Café in Beckum eine „runde Sache“: es brachte viele Menschen unterschiedlichen Alters mit vielfältigen Meinungen zusammen. Neben Mitgliedern des Geschichts- und Heimatvereins Beckum, seinem Leiter St. Wittenbrink, und der stellvertretenden Kreisheimatpflegerin M. Hagedorn war auch die lokale Politik mit dem Bürgermeister K.-U.  Strothmann und einem seiner Stellvertreter, R. Grothues, vertreten. Weiterhin waren Anwohner an der Diskussion beteiligt, aber auch Schulkinder, die ihre Ideen und Gedanken ebenfalls einbrachten. Auf dieser Grundlage können für die Zukunft neue Wege für die „Wiedererweckung“ des Beckumer Grabs aus dem „Dornröschenschlaf“ (Abb. 6) beschritten werden.
Der erste Europäische Tag der Megalithkultur in Westfalen war ein großer Erfolg. Wir freuen uns schon sehr auf das nächste Jahr mit einem neuen faszinierenden Motto, und laden jeden herzlich zur Teilnahme ein, der Neues von den Ahnen erfahren möchte!

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